Halle de marché et arène de combat de reines

Concours

Landschaft ist beständig im Wandel. Der Mensch ist dabei die treibende Kraft des Wandels. Siedlungen, Landwirtschaft und Infrastrukturbauten formen seit jeher die ehemals wilde Natur zu einer Kulturlandschaft um, einer vom Menschen geprägten und gebauten Landschaft. Die Talsohle des Wallis und so auch des Bezirks Westlich Raron ist hierfür beispielhaft. Der Lauf des Flusses Rotten ist korrigiert, landwirtschaftliche Nutzflächen werden von Infrastrukturbauten für Kraftfahrzeug-, Schienen- und Flugverkehr durchzogen. Das Projekt der Autobahn A9 ist ein weiterer, wichtiger Baustein im Prozess der gebauten Landschaft. Das Projekt greift diesen Prozess auf, macht ihn sich zunutze und versucht Landschaft und Infrastruktur zu versöhnen. Die im Wettbewerbsperimeter definierten Parzellen werden flächendeckend mit einem gleichmässigen Raster aus Schwarz- und Silberpappeln bepflanzt. In der Mitte bleibt eine geschwungene Lichtung frei, in der eine Naturarena als Erdwall und die Markthalle eingebettet werden. Sowohl bei der Baumpflanzung, als auch bei der Arena werden Analogien aus der Natur vermieden. Beide verstehen sich als gebaute Landschaft. Die Bäume stehen im Raster von 8 x 8m, spenden Schatten und erlauben Parkierung, oder zeichnen geplante, ellipsoide Linien nach, um eine Festwiese zu umfassen. Die Arena ist nicht in eine bestehende Topographie integriert oder ahmt eine solche nach, sondern erhebt sich aus der flachen Ebene in einem steilen, nur gebaut möglichen Winkel. Für die Aufschüttung kann das beim Bau der A9 anfallende Ausbruchsmaterial und Erdreich verwendet werden. Die neue Goler-Arena zieht Nutzen aus dem, was die alte stillgelegt hat und lässt letztere dadurch fortleben. Ein weiterer Anknüpfungspunt an die alte Arena entsteht dadurch, dass die neue Arena deren Typus einer Naturarena in einer Waldlichtung übernimmt, nicht zuletzt um die Akzeptanz der Nutzer zu erhöhen und die gesellige und informelle Stimmung von Stechfesten in freier „Natur“ zu fördern. Sowohl die Erdaufschüttung der neuen Arena, mit ihrem strategisch ausgerichtetem Rücken nach Nordosten, als auch der allumschliessende Pappelhain, dessen dichtes Blattwerk im Wind rauscht und im Licht wechselnd schimmert, sind als optischer und akustischer Schutz gegen die nördlich entstehende Autobahn mit ihren Nebenanlagen, sowie die beiden NEAT Brücken des Lötschbergbasistunnel konzipiert. Das Projekt ermöglicht als gebaute Landschaft sensorische und räumliche Qualitäten die wir im Freien kennen und schätzen.

Programme
Halle de marché, arène de combat de reines
Lieu
Goler, Raron, VS
Année
2015
Maître d’ouvrage
Verein Goler Markthalle
Procédure
Concours